D e r    B E R G K I T T E L

        vom Arbeitskleid zur Bergmannstracht

 

 

Gehen wir zurück in die Zeit, wo der Bergmann durch mühsamen Stollen-vortrieb mit Schlegel und Eisen zur Aufschließung von Erzen tätig war.

 Durch Oberflächennähe kamen die Wasserzuflüsse bei Schlechtwetter ziemlich unmittelbar auch dem arbeitenden Bergmann „zu Gute“ und so entstand eine Arbeitskleidung – Kittel mit Kapuze (Gugel), mit welcher diesen Bedingungen im möglichen Ausmaß geholfen werden konnte.

 Als dann die Zeit kam, in welcher die Grundherren vom Ergebnis der Bergbaue wie Gold – Silber – Blei etc. sehr gute Geschäfte machen konnten, war auch die Zeit gekommen, die Bergleute der Bevölkerung näher vorzustellen. Dies bedingte wiederum, dass für die Festzugsteilnehmer entsprechende Kleidung erforderlich geworden war.

 So entstand in einigen Entwicklungsstufen die Standesbekleidung der Berg- und Hüttenleute „der Bergkittel“. Ein wichtiger Schritt dazu war die sächsische Kleiderordnung von 1719, welche genaue Anweisungen für Stoff, Schnitt und Effekten gab.

 Eine symbolische Komponente sind die 29 Knöpfe des Kittels, welche dem erreichten Lebensalter der hl. Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute, zugeschrieben wird. Die goldenen Knöpfe sollen die Sonne, das schwarze Tuch die Farbe der finsteren Untertagearbeit symbolisieren.

 In der Kultur des Montanvolkes aber auch der Montanuniversität Leoben hat der Bergkittel auch heute seinen festen Platz.

Diese Tradition mit Bergkittel wird auch heute noch bei den jährlichen Knappen- und Hüttentagen in der „Bergparade“ besonders gepflegt. Europaweit werden solche Knappen- und Hüttentage im größeren Rahmen zur Erhaltung der Bergbaukultur in etwa 3-jährigem Abstand in jeweils verschiedenen Staaten durchgeführt, bei welchen der Bergkittel seine besondere Wirkung erzielt.

 

Hribernigg e.h. 2013